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Routine unter besonderen Bedingungen - Zahnärzte sorgen auch jetzt für Zahn- und Mundgesundheit

Sachsens Zahnärzte raten ihren Patienten, zahnärztliche Behandlungen nicht mehr aufzuschieben und auch wieder zu den routinemäßigen Kontrolluntersuchungen zu gehen. Der Schutz des Patienten und des Behandlungsteams steht an erster Stelle. Das gilt auch bei anderen schwerwiegenden Viruserkrankungen (Hepatitis C, HIV, Ebola etc.). Die seit vielen Jahren etablierte Basishygiene in den Praxen ist eine sehr wirksame Infektions-Barriere. Sie wurde den Pandemie-Gegebenheiten gemäß den Empfehlungen des RKI und der Bundeszahnärztekammer weiter angepasst.
„Die Pandemie und ihre Auswirkungen werden uns noch länger begleiten“, sagt Dr. Thomas Breyer, Präsident der Landeszahnärztekammer Sachsen. „Deren Ende abzuwarten und aus Angst vor COVID-19 einen Bogen um Zahnarztpraxen zu machen, gefährdet die Zahn- und damit auch die Allgemeingesundheit. Nicht durchgeführte Routineeingriffe können sich unter Umständen zu komplizierten Behandlungsfällen entwickeln.“
Als reine Vorsichtsmaßnahme für Patienten und Behandlungsteams galt in den vergangenen Wochen die Empfehlung, sich bei zahnärztlichen Behandlungen auf die medizinisch notwendigen zu beschränken. Das war richtig und gut. Die Zeit konnte genutzt werden, um noch mehr Sicherheit in den Praxen zu gewährleisten und sich auf die neuen Umstände einzustellen.

Anpassung an neue Gegebenheiten
Im Wartezimmer und an der Rezeption achten die Praxismitarbeiterinnen verstärkt auf die nötigen Abstände. Und auch das Reinigungs- und Desinfektionsregime wurde angepasst. Nach wie vor ist es empfehlenswert, sich mit dem Praxisteam per Telefon zum geplanten Termin abzustimmen. Sollte ein Patient typische Infektionssymptome haben, ist es umso wichtiger, den Zahnarzt vorab darüber zu informieren. Er wird auch in diesem Fall gewohnt zuverlässig zahnmedizinisch versorgt.
Patienten, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, werden in Spezialpraxen umgeleitet. „Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen hat sehr schnell reagiert“, erklärt Dr. Holger Weißig, Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Sachsen. „Seit Ende März gibt es in Sachsen eine ausreichende Anzahl von Schwerpunktpraxen, die sich speziell der Behandlung von an COVID-19 erkrankten Personen widmen. Dringliche Zahnbehandlungen werden durch den Hauszahnarzt über die KZV Sachsen an diese vermittelt.“

Weil sich die Zahnärzte sehr gut auf die neuen Bedingungen eingestellt haben, kann Dr. Breyer mögliche Zweifel der Patienten zerstreuen: „Es ist sehr unwahrscheinlich, sich in einer Zahnarztpraxis mit COVID-19 anzustecken, denn Zahnärzte sind Hygiene-Experten – das waren sie schon vor der Pandemie, also schieben Sie Ihren nächsten Zahnarzttermin nicht weiter auf!“